„Motivation im Hundesport"

 

Ein Seminar mit Rolf C. Franck Dipl. CABT (coape)

 

02.-03.Dez.2017 in Beckingen, Saarland

 

 

Rolf C. Franck lebt und arbeitet in Norddeutschland und hat etwa 25 Jahre Erfahrung in der Hundeausbildung und ist seit 1992 ständig als Trainer tätig. Er arbeitet seit 1996 als professioneller Verhaltensberater für Hunde- und Katzenhalter. Außerdem gibt er viele Seminare zum Thema Hundetraining und Verhalten und hat sich als Autor einen Namen gemacht.

 

Rolf ist der einzige deutsche Inhaber des Diploms in Heimtierverhalten und -training am Zentrum für angewandte Verhaltenskunde (England), wo er als einer der Kursbesten abschloss. Sein damaliger Tutor, Prof. Dr. Peter Neville, hat ihn im Sommer 2004 zum Partner ernannt. Rolf ist Mitglied der “COAPE Association of Animal Practitioners”, England.

 

Rolf beschäftigt sich nicht nur beruflich, sondern auch in seiner Freizeit mit Hundesport. Er war einer der ersten Hundesportler Deutschlands in den Sportarten Agility und Obedience, gründete 1992 mit Freunden die Hundesport-Arbeitgruppe "Weser-Ems-Hoppers" im CfBrH, deren verantwortlicher Sprecher er über 18 Jahre war. Er wurde der erste Agility-Leistungsrichter des CfBrH (Heute DSV/DHV) und war dort 12 Jahre Leistungsrichterobmann.  Mit seinen eigenen Hunden ist er erfolgreich im Sport, sowie hin und wieder auf Ausstellungen unterwegs. Außerdem züchtet er in kleinem Rahmen seit 20 Jahren Border Collies.

 

In den vergangenen Jahren sind insgesamt acht Bücher und zahlreiche Fachartikel erschienen, die Rolf überwiegend zusammen mit seiner Frau Madeleine Franck schrieb. Infos unter :www.blauerhund.de

 

Seminarbeschreibung:

 

Sicher jeder Hundesportler konnte dieses Schauspiel schon beobachten: Im Verein steht die alljährliche Begleithundeprüfung an und es wird fleißig trainiert. Doch je näher der Prüfungstermin rückt, desto weniger Begeisterung zeigen einzelne Hunde für die Übungen. Und während dann am Ende einige Teams eine super Prüfung laufen, scheitert es bei anderen an der Motivation. Die Hunde schlurfen lustlos oder schnüffelnd nebenher, statt in der korrekten Position bei Fuß zu laufen. Was im Training immer geklappt hat, geht plötzlich schief. Kommen irgendwelche Störungen dazu, geht nichts mehr. Wer über Jahre Obedience betreibt, kann ein anderes Phänomen verfolgen: Immer wieder starten Teams erfolgreich in den unteren Klassen, doch ab Klasse 2, spätestens 3, klappt es dann nicht mehr in der Prüfung. Ein Hund, der die Übungen im Training perfekt beherrscht, zeigt sie einfach nicht entsprechend in der Prüfung. Mangelnde Prüfungsmotivation, leichte Ablenkbarkeit und Stressanfälligkeit sieht man im Obedience deutlich häufiger, als übermotivierte Hunde. Im Agility ist das Bild eher gemischt. Vom völlig überdrehten Border Collie, der in seinem Rausch alle Stangen wirft oder wahllos Hindernisse nimmt, bis zum desinteressierten Mischling, der für den Duft der Bratwurst mal kurz den Parcours verlässt, gibt es eine ganze Bandbreite an Motivationsproblemen. Dabei lässt sich bereits erahnen, wie eng Motivation und Stress zusammenhängen. Was ist überhaupt „Motivation“ und wie viel davon wollen wir im Hund? Idealweise soll er so motiviert für seine Aufgabe sein, dass er sie zuverlässig und gänzlich unabhängig von Belohnungen ausführt, sich dabei nicht ablenken lässt und voll konzentriert und aufmerksam ist. Er soll prompt reagieren, darf aber nichts vorweg nehmen, muss exakt arbeiten und das bei möglichst hohem Tempo. Sein Job sollte für ihn selbstbelohnend sein, seine Selbstkontrolle dabei aber trotzdem hoch. Und das alles in wechselnden Umgebungen mit Lärm, vielen Zuschauern und anderen Hunden – was den einen Hund vielleicht zusätzlich hochpuscht, während ein anderer eingeschüchtert und dadurch gehemmt ist. Wie erreicht man das? Genau das richtige Maß an Motivation zu finden, ist ein wichtiges Element der Zauberformel, die zum Erfolg in hundesportlichen Prüfungen führt. Eine allgemeingültige Berechnung für dieses Maß gibt es nicht, denn jeder Hund ist ein Individuum. Daher ist das Wissen um die Bedeutung verschiedener Einflussfaktoren umso wichtiger, um den eigenen Hund optimal trainieren und auf Turniere vorbereiten zu können: der Einsatz von Belohnungen, der Umgang mit Fehler, die Gestaltung der Trainingsschritte, die körperliche Verfassung… In jeder Trainingseinheit lernt der Hund mehr, als das bloße Verhalten, das wir versuchen ihm beizubringen. Er verknüpft immer auch gleichzeitig ein bestimmtes Gefühl und einen Erregungszustand mit jedem Signal. Welche Einstellung ein Hund mit einer Übung verbindet, beeinflusst maßgeblich, wie er sie später unter Prüfungsbedingungen ausführen wird. Dabei wird jeder Lernprozess durch die Emotionen des Hundes gesteuert, genauer gesagt ist es die (manchmal minimale) emotionale Veränderung zwischen Frustration und Erleichterung, die das Lernen ausmacht. Während neurowissenschaftliche Erkenntnisse der letzten Jahre immer mehr Aufschluss darüber geben, was dabei im Gehirn des Hundes vor sich geht, nutzen wir schon seit vielen, vielen Jahren dieses Prinzip in unserem Intervalltraining. Die Emotionen des Hundes sind sozusagen der Motor hinter seinem Verhalten – und genau deshalb stehen sie für uns im Mittelpunkt, wenn es um Motivation geht. Wie fühlt sich der Hund und wie entstehen Glücks- und Erfolgsgefühle in seinem Körper?  Was macht ein Verhalten resistent gegenüber Misserfolg?  Wie wirkt der Clicker auf die Emotionen des Hundes?  Was tun bei Übermotivation?  Was ist das „will-nicht-muss-nicht-Phänomen“?  Welche Rolle spielt Spieltraining?  Was passiert in der Prüfung?

 

Der Seminar „Motivation im Hundesport“ wird für so manches Aha-Erlebnis sorgen und dir dabei helfen, deinen Hund im Training und im Turnier besser zu motivieren. Die Inhalte sind eine Mischung aus Theorie, Demonstrationen und praktischen Einheiten zum selbst ausprobieren. Das Lernen der Zweibeiner steht jedoch wie immer im Vordergrund, daher ist das Seminar definitiv auch ohne Hund spannend!

 

Die Plätze sind auf 20 Teilnehmer begrenzt, wobei 12 Plätze auf Teilnehmer mit Hund entfallen und 8 Plätze auf Teilnehmer ohne Hund.

Teilnahmegebühr:  mit Hund       150,00€

                         ohne Hund      80,00€

 Zeitplan:

Samstag von 9:00h bis 17:00h und Sonntag von 9:00h bis 16:00h, eine Stunde Mittagspause.